Total die Neujahrswünsche

Ich finde das ja immer erstaunlich, wenn man da so total bierernst mit seinem kleinen Miniblog umgeht und sich dieser Journalistensprache annimmt. Um professionell zu wirken? Oder autistisch? Wie immer hab ich da keine Ahnung. Aber auf jedenfall hat das ja was mit Anspruchsdenken zu tun. Und vermutlich gilt folgende Faustregel: je autistischer der Blog geführt wird, um so relevanter wird er eingestuft. Solche Textanfänge sind ja auch die absolute Kapitulation vor dem Schreiben, dem Veröffentlichen, dem Sortieren, dem Publizieren.

Eine große Rede wollte ich schwingen. Aber zum einen sind mir die Finger bisschen zu kalt, zum anderen müsste so eine große Rede über die besten Neujahrswünsche ja fast in so einem autistischen Tonfall geschrieben werden, die mir total unangenehm wäre. Darum kann ich auch keine literarischen Einträge lesen. Egal wie lustig die sein mögen, sobald da Dialoge plötzlich auftauchen, bekommt das in seiner Form eine groteske Ernsthaftigkeit.

Und dann wären da die Vorsätze auch für das nächste Jahr drin gewesen. Die Rückbesinnung auf das ICH, das alles mal wieder ein bisschen beleben, einfach mal so raushauen, obwohl mir längst nicht mehr klar ist, auf welchem Weg ich das eigentlich tun sollte. Die Einen sind in der Community, die Anderen in der nächsten und dann gibt es ja auch noch den Blog und für den ja eigentlich keine Leser: Frohes Neues, ihr da draußen!

Könnte man sich höchstens noch dem Google-Sucher, der Schmeißfliege des Internets, an den Hals schmeißen. Aber: och nö. Das nun auch nicht.

So wabern sie dahin, die Zeilen aus Zeichen, schreiben Text und sind doch ein Nichts. Ein Verlangen nach Ausdruck, ein Text ohne Sinn.

ich habe in der brasserie hermann fotos geschossen, und dabei plötzlich auch für und hoffe nun inständig auf eine einladung für die supporter-party irgendwann dieses jahr. damit das mal klar ist. soll mal ein behaupten, meine fotografien seien für die katz.

plötzlich die großschreibung verloren. mitten im text.

318 wörter!